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DMARC-Reports lesen und verstehen: rua, ruf und XML erklärt

Du hast DMARC mit p=none aktiviert und erhältst nun tägliche Reports per E-Mail. Aber was bedeuten diese XML-Dateien? Und wie erkennst du darin echte Spoofing-Versuche? Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Felder praxisnah.

rua vs. ruf: Die zwei Arten von DMARC-Reports

rua – Aggregate Reports (Zusammenfassungen)

Die rua-Berichte (Reporting URI for Aggregate) werden täglich als komprimierte XML-Datei (.gz) verschickt. Sie fassen zusammen, welche IP-Adressen E-Mails im Namen deiner Domain gesendet haben, und ob diese die SPF- und DKIM-Prüfung bestanden haben. Das ist der wichtigste Report für die laufende Überwachung.

ruf – Forensic Reports (Einzelnachrichten)

ruf-Berichte (Reporting URI for Forensic) werden für jede einzelne E-Mail erstellt, die die DMARC-Prüfung nicht besteht. Sie enthalten detaillierte Informationen, teils sogar Kopien der E-Mail-Header. Aus Datenschutzgründen senden viele große Anbieter (Google, Microsoft) keine ruf-Reports mehr. In der Praxis genügen rua-Reports für die meisten Zwecke.

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Aufbau eines DMARC XML-Reports

Die XML-Datei ist in einem einheitlichen Format definiert (RFC 7489). Sie wird dir per E-Mail von großen Anbietern wie Google, Microsoft, Yahoo oder Yahoo zugestellt. Hier ein vereinfachtes Beispiel:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?> <feedback> <report_metadata> <org_name>google.com</org_name> <email>noreply-dmarc-support@google.com</email> <report_id>12345678</report_id> <date_range> <begin>1700000000</begin> <end>1700086400</end> </date_range> </report_metadata> <policy_published> <domain>deinedomain.de</domain> <p>quarantine</p> <sp>quarantine</sp> <pct>100</pct> </policy_published> <record> <row> <source_ip>209.85.220.41</source_ip> <count>847</count> <policy_evaluated> <disposition>none</disposition> <dkim>pass</dkim> <spf>pass</spf> </policy_evaluated> </row> <identifiers> <header_from>deinedomain.de</header_from> </identifiers> <auth_results> <dkim> <domain>deinedomain.de</domain> <selector>google</selector> <result>pass</result> </dkim> <spf> <domain>deinedomain.de</domain> <result>pass</result> </spf> </auth_results> </record> </feedback>

Die wichtigsten Felder erklärt

FeldBedeutung
org_nameDer empfangende Provider, der den Report sendet (z.B. google.com, yahoo.com)
date_rangeDer Zeitraum des Reports (Unix-Timestamps). Meist 24 Stunden.
source_ipDie IP-Adresse des Servers, der E-Mails mit deiner Domain als Absender gesendet hat.
countAnzahl der E-Mails von dieser IP im Berichtszeitraum.
dispositionWas mit den E-Mails gemacht wurde: none, quarantine oder reject.
dkim (policy_evaluated)Hat die DKIM-Prüfung mit Alignment bestanden? pass oder fail.
spf (policy_evaluated)Hat die SPF-Prüfung mit Alignment bestanden? pass oder fail.
header_fromDie sichtbare Absender-Domain (aus dem From:-Header).
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Wie liest du einen Report praktisch aus?

Schritt 1: Bekannte IP-Adressen identifizieren

Suche nach den source_ip-Adressen in deinem Report. Bekannte legitime IPs könnten sein: Google Workspace Server (z. B. 209.85.x.x), Microsoft 365 Server (52.x.x.x, 40.x.x.x), oder der eigene Mailserver.

Eine schnelle Methode: Gib die IP in ein WHOIS-Tool ein, um zu sehen, welcher Anbieter dahintersteckt. Wenn du einen IP-Block von Google siehst und Google Workspace nutzt – das ist normal.

Schritt 2: Unbekannte IPs prüfen

Wenn du eine IP siehst, die du nicht kennst und die eine große Anzahl von E-Mails (count) zeigt, ist das ein Warnsignal. Prüfe:

  • Handelt es sich um einen neuen legitimen Dienst (z. B. ein neues CRM-Tool), der noch nicht im SPF-Record steht?
  • Zeigt der Report dkim: fail und spf: fail? Das ist ein starker Hinweis auf Spoofing.
  • Ist die IP einem verdächtigen Anbieter zuzuordnen (Hosting in Hochrisiko-Ländern, Bulletproof-Hoster)?

Schritt 3: Policy evaluieren

Schaue auf disposition: Wenn du noch p=none aktiv hast, siehst du dort none – die E-Mail wurde zugestellt, egal ob Spoofing oder nicht. Das ist der Zweck des Monitoring-Modus. Sobald du auf p=reject wechselst, sollten Spoofing-Versuche mit disposition: reject erscheinen.

XML-Reports leichter lesen: Tools und Dienste

Die rohen XML-Dateien sind schwer lesbar. Diese kostenlosen Tools helfen:

  • Postmark DMARC – Kostenloses Tool, schickt wöchentliche Zusammenfassungen per E-Mail.
  • dmarcian – Professionelles Dashboard für DMARC-Monitoring (kostenlose Testphase).
  • MXToolbox DMARC Analyzer – Einfaches Online-Tool zum Hochladen und Lesen von XML-Reports.

Was tun, wenn DMARC-Reports ausbleiben?

Es gibt Situationen, in denen du keine oder kaum Reports erhältst, obwohl DMARC konfiguriert ist:

  • Keine E-Mails werden gesendet: Reports kommen nur von Providern, die tatsächlich E-Mails mit deiner Domain als Absender gesehen haben. Wenn du selten sendest, gibt es auch wenige Reports.
  • rua-Adresse falsch konfiguriert: Die E-Mail-Adresse im rua-Tag muss erreichbar sein. Prüfe, ob sie korrekt eingetragen ist und ob keine Tippfehler vorliegen.
  • Reports an externe Domain: Wenn die rua-Adresse einer anderen Domain gehört (z. B. ein DMARC-Service-Provider), muss diese Domain einen speziellen TXT-Record anlegen, der die Annahme von Reports für deine Domain autorisiert. Ohne diesen Record werden Reports von manchen Providern nicht gesendet.
  • Spam-Ordner: DMARC-Reports können fälschlicherweise als Spam klassifiziert werden. Prüfe den Spam-Ordner der rua-Adresse.

Von p=none zu p=reject: Wann ist der Zeitpunkt richtig?

Das Ziel der DMARC-Einrichtung ist p=reject – maximaler Schutz gegen Spoofing. Aber das Timing ist entscheidend. Hier sind die Signale, die zeigen, wann du bereit bist:

  • Alle legitimen E-Mail-Quellen zeigen in den Reports dkim: pass und spf: pass
  • Keine unbekannten IPs mit hoher E-Mail-Anzahl (count) und pass-Ergebnissen
  • Du hast alle Mailversand-Dienste (CRM, Newsletter, Buchungssystem) identifiziert und in SPF und DKIM eingetragen
  • Mindestens 2–4 Wochen Reports im p=none-Modus gesammelt und ausgewertet

Bist du noch unsicher? Beginne mit p=quarantine; pct=10 – dann betrifft die Policy zunächst nur 10% der verdächtigen E-Mails. Steigere schrittweise auf pct=100, bevor du auf p=reject wechselst.

DMARC für deine Domain aktivieren

Prüfe zunächst, ob deine Domain überhaupt einen DMARC-Record hat – und ob SPF und DKIM korrekt konfiguriert sind.

Jetzt Domain prüfen →

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